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Und er kam gen Ephesus und ließ sie daselbst; er aber ging in die Schule und redete mit den Juden. Sie baten ihn aber, dass er längere Zeit bei ihnen bliebe. Und er willigte nicht ein, sondern machte seinen Abschied mit ihnen und sprach: Ich muss allerdinge das künftige Fest in Jerusalem halten; will's Gott, so will ich wieder zu euch kommen. Und fuhr weg von Ephesus.
Da ihn aber Aquila und Priscilla hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch fleißiger aus.
Es grüßen euch die Gemeinden in Asien. Es grüßt euch sehr in dem HERRN Aquila und Priscilla samt der Gemeinde in ihrem Hause.
Luther 1912 (gemeinfrei) — vor dem Dreh mit eurer Übersetzung abgleichen.
Ich bin Priskilla. Der da ist mein Mann, Aquila. Wir machen Zelte. Ziegenhaar, schwere Arbeit — meine Hände sehen aus wie Leder.
Paulus war schon mal hier. Drei Tage, vielleicht vier. Dann ist er weitergefahren und hat gesagt: Ich komme zurück, wenn Gott will.
Das ist über ein Jahr her.
Wir sind geblieben. Bei uns in der Werkstatt treffen sich Leute, zwischen den Rollen Stoff. Manchmal zwölf. Letzten Winter waren es vier, und zwei davon waren wir. Niemand in dieser Stadt weiß, dass es uns gibt.
Ich sage es ehrlich: Es gab Abende, da habe ich mich gefragt, ob das irgendetwas bringt.
Ihr rennt jetzt los, und irgendwo wartet der große Moment. Ich frage mich, wer von euch auch dann noch da ist, wenn keiner zuschaut.
Also los.
Es kam aber gen Ephesus ein Jude mit Namen Apollos, von Geburt aus Alexandrien, ein beredter Mann und mächtig in der Schrift. Dieser war unterwiesen im Weg des HERRN und redete mit brünstigem Geist und lehrte mit Fleiß von Jesu, wusste aber allein von der Taufe des Johannes. Dieser fing an, frei zu predigen in der Schule. Da ihn aber Aquila und Priscilla hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch fleißiger aus. Da er aber wollte nach Achaja reisen, schrieben die Brüder und vermahnten die Jünger, dass sie ihn aufnähmen. Und als er dahingekommen war, half er denen, die gläubig waren geworden durch die Gnade. Denn er überwand die Juden beständig und erwies öffentlich aus der Schrift, dass Jesus Christus sei.
Luther 1912 (gemeinfrei)
Ich heiße Apollos. Ich komme aus Alexandria — in meiner Stadt steht die größte Bibliothek der Welt. Ich kann reden. Ich weiß, dass ich reden kann.
Ich habe hier in der Synagoge über Jesus gesprochen, mit Feuer, und die Leute sind sitzen geblieben bis zum Schluss.
Danach kam ein Ehepaar zu mir. Zeltmacher. Ihre Hände waren schwarz von der Arbeit. Sie haben mich beiseitegenommen — nicht vor allen, das muss ich ihnen lassen — und mir gesagt, dass in meiner Predigt etwas fehlt. Etwas Entscheidendes.
Ich wollte erst antworten. Ich hätte gewonnen. Ich gewinne solche Gespräche.
Ich habe zugehört. Es war unangenehm. Sie hatten recht.
Ich frage mich, wer der Letzte war, dem ihr wirklich zugehört habt, obwohl er unter euch stand.
Los jetzt.
Es geschah aber, da Apollos zu Korinth war, dass Paulus durchwandelte die oberen Länder und kam gen Ephesus und fand etliche Jünger; zu denen sprach er: Habt ihr den heiligen Geist empfangen, da ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben auch nie gehört, ob ein heiliger Geist sei. Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr getauft? Sie sprachen: Auf die Taufe des Johannes. Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und sagte dem Volk, dass sie glauben sollten an den, der nach ihm kommen sollte, das ist Jesus, dass der Christus sei. Da sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des HERRN Jesu. Und da Paulus die Hände auf sie legte, kam der heilige Geist auf sie, und sie redeten mit Zungen und prophetisierten. Und es waren ihrer bei zwölf Mann.
Luther 1912 (gemeinfrei)
Wir sind zwölf. Wir treffen uns seit Jahren. Immer am gleichen Tag, immer am gleichen Ort.
Wir haben die Taufe von Johannes. Umkehr, ein neues Leben — wir haben das ernst genommen. Ich habe seitdem nicht mehr gestohlen. Kein einziges Mal.
Dann kommt dieser Paulus und fragt uns etwas, worauf keiner von uns eine Antwort hat. Ob wir den Heiligen Geist empfangen haben.
Wir haben ihn angesehen. Wir wussten nicht einmal, dass es einen Heiligen Geist gibt.
Stellt euch das vor. Jahre. Jede Woche. Und das Wichtigste haben wir nicht gekannt. Wir hätten sagen können: Wir machen das schon lange so. Das wäre einfacher gewesen.
Ich weiß nicht, was bei euch fehlt. Ihr wisst es auch nicht — das ist ja das Problem daran.
Und jetzt macht.
Er ging aber in die Schule und predigte frei drei Monate lang, lehrte und beredete sie vom Reich Gottes. Da aber etliche verstockt waren und nicht glaubten und übel redeten von dem Wege vor der Menge, wich er von ihnen und sonderte ab die Jünger und redete täglich in der Schule des Tyrannus. Und das geschah zwei Jahre lang, also dass alle, die in Asien wohnten, das Wort des HERRN Jesu hörten, beide, Juden und Griechen.
Luther 1912 (gemeinfrei) · Manche Handschriften ergänzen bei „Schule des Tyrannus“: von der fünften bis zur zehnten Stunde — also die Mittagshitze.
Ich vermiete diesen Saal. Vormittags Rhetorik, abends Musik. Die Stunden um die Mittagszeit wollte nie jemand — bei der Hitze schläft die halbe Stadt.
Dann kam dieser kleine Mann mit den schlechten Augen und wollte genau diese Stunden. Erst war er in der Synagoge, da haben sie ihn rausgeworfen. Ich dachte, er hält es drei Wochen durch.
Er kam zwei Jahre. Jeden Tag. Wenn draußen kein Hund unterwegs war, saßen sie hier drin und er redete, bis seine Stimme weg war. Manchmal waren es vierzig Leute. Manchmal sechs.
Ich habe nie geglaubt, was er erzählt hat. Aber ich habe achthundert Mal gesehen, wie einer aufsteht und kommt, obwohl es niemand mitbekommt.
Ich weiß nicht, was ihr heute vorhabt. Aber das Wichtige an ihm war nicht der eine große Tag.
Die Tür ist da. Fangt an.
Und das geschah zwei Jahre lang, also dass alle, die in Asien wohnten, das Wort des HERRN Jesu hörten, beide, Juden und Griechen.
Wie ihr auch gelernt habt von Epaphras, unserm lieben Mitdiener, der ein treuer Knecht Christi für euch ist.
Ich lasse euch aber wissen, welchen Kampf ich habe um euch und um die zu Laodizea und alle, die meine Person im Fleisch nicht gesehen haben.
Luther 1912 (gemeinfrei) · Kolossä liegt rund 190 km von Ephesus. Paulus war dort nie.
Ich bin Epaphras. Ich komme aus Kolossä — sechs Tagesreisen von hier, den Fluss hinauf. Wolle. Meine Familie handelt mit Wolle.
Ich war eigentlich nur wegen der Preise in Ephesus. An einem Nachmittag, viel zu heiß zum Laufen, bin ich in einen Saal gegangen, weil es dort Schatten gab. Da hat einer geredet.
Ich bin drei Tage geblieben.
Dann bin ich nach Hause gefahren und habe es meinem Bruder erzählt. Und meinem Nachbarn. Jetzt treffen sich bei uns Leute — in einer Stadt, in der dieser Paulus nie gewesen ist und wahrscheinlich nie sein wird.
Ich weiß nicht, was daraus wird. Ich weiß nicht, ob es hält, wenn ich mal nicht mehr da bin.
Aber irgendwer hat mir an einem heißen Nachmittag Platz gemacht auf einer Bank.
Weiter. Ihr habt es eilig.
Und Gott wirkte nicht geringe Taten durch die Hände des Paulus, also dass sie auch von seiner Haut die Schweißtüchlein und Binden über die Kranken hielten und die Seuchen von ihnen wichen und die bösen Geister von ihnen ausfuhren.
Luther 1912 (gemeinfrei)
Mein Name tut nichts zur Sache. Ich war elf Jahre krank. Ich sage nicht, was ich hatte — ich habe elf Jahre lang jedem erzählt, was ich hatte. Das reicht.
Eine Frau aus der Nachbarschaft hat mir ein Tuch gebracht. Ein Schweißtuch, aus der Werkstatt, in der dieser Paulus arbeitet. Nicht geweiht, nicht gesegnet. Ein dreckiges Arbeitstuch.
Am nächsten Morgen war ich gesund. Ich kann es nicht erklären, und ich versuche es nicht mehr.
Aber jetzt passiert etwas, das mir Angst macht. Die Leute fragen mich, wo man solche Tücher bekommt. Einer wollte mir Geld dafür geben.
Das Tuch liegt bei mir in einer Kiste. Es ist ein Tuch. Es war nie im Tuch.
Ich weiß nicht, woran ihr euch festhaltet, wenn es eng wird. Überlegt mal, ob das halten kann.
Los.
Es unterwanden sich aber etliche der umherziehenden Juden, die da Beschwörer waren, den Namen des HERRN Jesus zu nennen über die, so böse Geister hatten, und sprachen: Wir beschwören euch bei dem Jesus, den Paulus predigt. Es waren aber sieben Söhne eines Juden Skevas, des Hohenpriesters, die solches taten. Aber der böse Geist antwortete und sprach: Jesus kenne ich wohl, und von Paulus weiß ich wohl; wer seid ihr aber? Und der Mensch, in dem der böse Geist war, sprang auf sie und ward ihrer mächtig und warf sie unter sich, also dass sie nackt und verwundet aus jenem Hause entflohen. Das aber ward kund allen, die zu Ephesus wohnten, sowohl Juden als Griechen; und es fiel eine Furcht über sie alle, und der Name des HERRN Jesus ward hochgelobt.
Luther 1912 (gemeinfrei)
Unser Vater ist Skevas. Hoherpriester. Wir sind sieben Söhne, und wir haben ein Geschäft daraus gemacht, böse Geister auszutreiben.
Man braucht Namen dafür. Wir hatten eine Liste. Wir haben Namen gesammelt wie andere Münzen — je fremder, je älter, desto besser.
Dann haben wir gehört, wie dieser Paulus einen Namen benutzt, und bei ihm funktioniert es jedes Mal. Also haben wir ihn auf die Liste geschrieben. Wir sind zu einem Mann gegangen und haben gesagt: bei dem Jesus, den Paulus verkündigt.
Und der Geist hat geantwortet. Er hat gesagt: Jesus kenne ich. Paulus ist mir bekannt. Wer aber seid ihr?
Was danach passiert ist, erzähle ich nicht. Wir sind aus dem Haus gerannt, und wir hatten nicht mehr viel an.
Wir haben den Namen gekannt. Wir haben ihm nicht gehört. Ich frage euch nichts — denkt selber nach.
Weiter.
Es kamen auch viele derer, die gläubig waren geworden, und bekannten und verkündigten, was sie getrieben hatten. Viele aber, die da vorwitzige Kunst getrieben hatten, brachten die Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich und überrechneten, was sie wert waren, und fanden des Geldes fünfzigtausend Groschen. Also mächtig wuchs das Wort des HERRN und nahm zu.
Luther 1912 (gemeinfrei) · „Groschen“ steht hier für Silberdrachme — etwa ein Tageslohn. Fünfzigtausend Tageslöhne sind rund 137 Jahresgehälter.
Ich hatte zweiundvierzig Schriftrollen. Ich weiß die Zahl noch genau, weil ich sie alle einzeln getragen habe.
Die erste war von meiner Großmutter. Da standen Namen drin, Formeln, Sätze, die man sagt, wenn ein Kind Fieber hat. Damit habe ich mein Geld verdient. Die Leute kamen zu mir, wenn sie Angst hatten.
Dann habe ich diesen Paulus gehört. Ein paar Wochen später standen wir auf dem Platz und haben alles verbrannt. Nicht verkauft — verbrannt. Einer hat ausgerechnet, was der Stapel wert war. Fünfzigtausend Drachmen. Ein Arbeiter verdient eine Drachme am Tag.
Ich habe jetzt kein Geschäft mehr. Meine Nachbarin grüßt mich nicht mehr. Ihre Tochter ist krank, und ich habe ihr nichts mehr zu geben. Das ist nicht schön. Ich erzähle euch das nicht, weil es leicht war.
Ihr habt alle etwas dabei, das ihr nicht verbrennen würdet. Ich sage euch nicht, was es ist.
Und jetzt los.
Es erhob sich aber um diese Zeit eine nicht kleine Bewegung über diesem Wege. Denn einer mit Namen Demetrius, ein Goldschmied, der machte silberne Tempel der Diana und wandte denen vom Handwerk nicht geringen Gewinn zu. Diese versammelte er und die Beiarbeiter desselben Handwerks und sprach: Liebe Männer, ihr wisset, dass wir großen Gewinn von diesem Gewerbe haben; und ihr sehet und höret, dass nicht allein zu Ephesus, sondern auch fast in ganz Asien dieser Paulus viel Volks abfällig macht, indem er sagt, es seien nicht Götter, die von Menschenhänden gemacht sind. Und es ist nicht allein die Gefahr bei diesem Handel, dass wir in Verachtung kommen, sondern auch, dass der Tempel der großen Göttin Diana nichts mehr gelte und werde ihre Majestät untergehen, welcher doch ganz Asien und der Weltkreis Gottesdienst erzeigt. Als sie das hörten, wurden sie voll Zorns und schrieen und sprachen: Groß ist die Diana der Epheser!
Luther 1912 (gemeinfrei) · Luther übersetzt Artemis mit „Diana“, dem römischen Namen. Nirgends behauptet Demetrius, Paulus habe unrecht — er argumentiert mit dem Geschäft.
Demetrius. Silberschmied. Der größte in dieser Stadt — das ist keine Angeberei, das ist eine Zahl.
Wir machen kleine Artemis-Tempel aus Silber. Jeder Pilger kauft einen. Zweihundert Familien in Ephesus leben davon. Meine Leute. Ihre Kinder. Das ganze Viertel.
Seit zwei Jahren redet dieser Paulus. Götter aus Menschenhand seien keine Götter.
Und jetzt hört mir gut zu: Ich habe nie gesagt, dass er lügt. Ich habe nie gesagt, dass er sich irrt. Fragt in der ganzen Stadt herum — ihr werdet keinen finden, der das von mir gehört hat.
Ich sage: Unser Geschäft ist in Gefahr. Das ist etwas anderes. Und das weiß ich.
Heute Nachmittag rufe ich die Handwerker zusammen. Nicht weil er falsch liegt. Weil er teuer ist.
Ihr habt bestimmt auch schon mal recht bekommen und es nicht gewollt.
Und jetzt raus.
Grün markiert ist die offene Frage — die Stelle, an der die Figur etwas fragt und nicht beantwortet. Ziel pro Skript: 150–170 Wörter, unter 90 Sekunden.